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Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 20. April 2009, 11:47
von Meusel
Bei uns im Garten wächst einiges, das man auch verarbeiten könnte.

Ich hab gestern tatsächlich mal überlegt, z.B. Löwenzahnhonig zu machen. Da ich aber noch nie welchen gegessen hab und das Verfahren relativ aufwändig erscheint, hab ich's dann bleiben lassen. Hat das schon mal jemand gemacht?

Dergleichen gilt für Brennessel. Ich hab gelesen, dass Brennesselgemüse angeblich noch besser schmeckt als Spinat. Aber irgendwie trau ich dem Braten nicht.
Wer hat's schon probiert?
Auf Brennesseltee bin ich nicht scharf, ich mag den Geschmack nicht.

Bei uns wächst bestimmt auch Giersch, aber ich weiß nicht, wie ich den erkenne. Man kann ihn angeblich mit giftigen Doldengewächsen verwechseln.

Fleißig verwerten tu ich allerdings unseren Bärlauch. Den gab's schon als Suppe, zu Spaghetti, als Quark usw.

Ach ja, Gänseblümchen auf's Butterbrot schmeckt fast wie Radieschen.

Sonst noch Unkraut-Tipps?

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 20. April 2009, 12:06
von Tigo
Ich trockne die Brennesseln und nutze sie als Tee. Sehr schmackhaft! Und zudem habe ich noch Schnaps draus gemacht.

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 20. April 2009, 12:09
von Teti
Löwenzahnblütenhonig haben wir mal gemacht, da waren wir noch Kinder - irgendwie brauchte man dazu exakt 200 Blüten (aber die schönsten mußten es sein) 2 kg. Zucker, Wasser und einiges an Zeit. Geschmeckt hat er auch (sogar richtig wie Honig) und reichlich wars. Wir waren irgendwie schon froh, als wir das letze Glas aus der Speisekammer geholt haben ...
die Blätter der jungen Pflanze schmecken als Salat gut.

Brennessel schmeckt tatsächlich besser als Spinat (aber nur die jungen Blätter benutzen nicht alten oder gar die Stengel, die sind holzig) und man kann davon einen Auszug für die Haare kochen (stärkt die Haarstruktur), man kann damit auch Eier färben.

Sauerampfer (ebenfalls junge Pflanzen) geben einem Salat eine frische säuerliche Note (schmeckt ja auch so ganz gut), Butterblumenblüten (Hahnenfuß) schmecken pfeffrig,

Salbei und Spitzwegerich (die Blätter wirken stark schleimlösend) helfen sehr gut gegen Entzündungen der Atemwege,

und nun müßte ich ein Weilchen nachdenken, was man noch so alles auf ner Wiese finden und essen kann :gruebel: wie sagt mein Gatte immer so schön: "Die is pflegeleicht, stell sie auf ne Wiese und Du sparst Geld für ein Abendessen"

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 20. April 2009, 16:10
von Tigo
Das mit dem Löwenzahnblütenhonig werde ich dieses Jahr mal ausprobieren. Das hier klingt prima und recht simpel:

http://www.daskochrezept.de/rezepte/loe ... 64941.html

oder das:

http://www.heilkraeuter.de/kochen/loewenzahn-honig.htm

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 20. April 2009, 16:53
von rlm
Immer und gerne, vor allem jetzt im Frühjahr - btw. es gibt kein Unkraut, sondern nur Wildkräuter ;)

Brennessel: Als Füllung mit Ricotta in Cannelloni;als Schaumsüppchen, gebraten mit Sesam als Gemüsebeilage...

Löwenzahn: Salat, mit Speck als Gemüse, in Eierspeisen (Fritatta)...

Alle möglichen Kresse-Arten: Brunnen-, Bach-, Kapuziner-: frische Salate, Kräutersaucen/-suppen, Quarkspeisen...

Giersch, Vogelmire, Klee, Butterblumen...

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 20. April 2009, 17:15
von Tigo
In einem der Rezepte steht, dass man beim Löwenzahn die Blütenblätter abzupfen muss. Im anderen nicht. Das ist doch unsinnig, oder? Ich habe jetzt kurz unter dem Kopf abgeschnitten. Muss ich jetzt noch rumpuhlen?

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 21. April 2009, 15:19
von Tigo
Also, Löwenzahnhonig ist in der Mache, riecht schon mal so richtig geil.

Habe vorhin Huflattich gesammelt für Tee. Ich trockne ihn auf jeden Fall mit Stängel, das geht leichter, aber kann ich den Stängel auch mit zerkleinern für den Tee, oder nur die Blüten bzw. später noch die Blätter??

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 21. April 2009, 19:00
von holly golightly
Übrigens habe ich in einer Gartenzeitschrift folgendes Rezepte für Löwenzahn gefunden:

Kartoffelkaffee
Die Wurzeln werden ausgestochen, gewaschen und in dünne Scheiben geschnitten im Backofen bei 180 bis 200 Grad geröstet. Dabei zieht ein herrlicher Duft nach frischem Kaffee durchs Haus. Die gerösteten Wurzelscheiben werden gemahlen und von Hand aufgebrüht. Fertig ist der Löwenzahnkaffee.

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 21. April 2009, 21:53
von Tigo
Wieso bloß heißt es dann Kartoffelkaffee? :gruebel:

Das hier klingt spannend, aber sehr aufwändig ... http://www.heilkraeuter.de/kochen/eichel-kaffee.htm

Mein Löwenzahnblütensirup ist fertig. Echte Schinderei, aber super geil lecker. :D

Re: Wer verarbeitet Unkraut?

BeitragVerfasst: 22. April 2009, 20:15
von holly golightly
Ups - wie komm ich denn auf "Kartoffelkaffee". Vielleicht hab ich hinterher was von Kartoffeln gelesen :gruebel: ?
Es muss natürlich "Löwenzahnkaffee" heißen :oops:
Hört sich trotzdem interessant an.